Pflegende Angehörige: Private Berufsunfähigkeit schafft finanzielle Freiräume

Posted on Mrz 15, 2015 in Gesundheit, Prävention

Eine Pflegebedürftigkeit dauert im Schnitt acht Jahre. Über diesen langen Zeitraum schafft es niemand allein, und trotz Unterstützung geraten Angehörige schnell an ihre Grenzen. Die Folge: gesundheitliche Erschöpfung bis hin zur Berufsunfähigkeit. Doch bevor der Staat eine Erwerbsminderung feststellt, muss viel passieren.

Angeschlagene Arbeitnehmer erhalten im Falle einer Erwerbsminderung nur rudimentäre Unterstützung durch die gesetzliche Rentenversicherung. Oftmals genügt dabei schon die theoretische Möglichkeit, einen Ausweichjob zu finden.

Doch dies gelingt in der Realität nicht immer – und plötzlich muss der Arzt einen niederen Job als Pförtner annehmen, weil er keine anderen Anstellung findet – mit katastrophalen finanziellen Folgen.

Finanzielle Freiräume schaffen

Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) greift dagegen bereits, wenn man den aktuellen Beruf nicht mehr ausüben kann und hilft so, zeitweise oder dauerhaft finanzielle Freiräume zu schaffen. Beim Abschluss einer privaten BU-Versicherung sollte man jedoch auf einige wichtige Punkte achten:

Ab wann liegt eine Berufsunfähigkeit vor?

Jede Versicherung hat dafür ihre eigene Definition. Standardmäßig lautet sie wie folgt: “Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person wegen Krankheit, Unfall oder Kräfteverfalls, die ärztlich nachzuweisen sind, voraussichtlich sechs Monate ununterbrochen außer Stande ist, ihren Beruf oder eine andere Tätigkeit auszuüben, die aufgrund ihrer Ausbildung und Erfahrung ausgeübt werden kann und ihrer bisherigen Lebensstellung entspricht.”

Von Tarifen, die allgemeinere Formulierungen verwenden oder statt der sechs Monate auf eine dauernde Berufsunfähigkeit hinweisen, sollte man Abstand nehmen. Denn sie geben dem Versicherer Raum, sich später vor den Zahlungen zu drücken.

Ab welchem Grad der Berufsunfähigkeit zahlt die Versicherung?

Die meisten Tarife gewähren eine Rente ab einem Grad von 50 Prozent. Es gibt jedoch auch Vereinbarungen, die eine Staffelung vorsehen. Dann zahlt die Versicherung bereits ab einem Grad von 25 oder 33 Prozent eine Teil-Rente, die volle Rente ist dann allerdings erst ab einem Grad von 66 oder 75 Prozent möglich.

Ab welchem Zeitpunkt zahlt die Versicherung eine BU-Rente?

Auch hierbei unterscheiden sich die Tarife einzelner BU-Versicherungen. Zum einen gibt es die Zahlung ab Meldung der Berufsunfähigkeit. Dann greift die Rente erst, wenn der Betroffene die BU seinem Versicherer gemeldet hat. Zum anderen besteht die Möglichkeit, sich die Rente rückwirkend ab dem Tag zahlen zu lassen, an dem der Arzt die Arbeitsunfähigkeit festgestellt hat.

Wie lange zahlt der Versicherer die BU-Rente?

Wie lange der Versicherer zahlt, hängt von der Vereinbarung der Police ab. Wird der Betroffene wieder gesund und kann eine Tätigkeit aufnehmen, erlischt der Anspruch auf die Rentenzahlungen. Sinnvoller ist es daher, dass der Schutz für die Berufsunfähigkeit bis zum Eintritt in die Altersrente gewährleistet ist. Denn in dieser Zeit ist die Wahrscheinlichkeit am größten, dass sie gebraucht wird.

Fazit: Private Berufsunfähigkeitsversicherungen unterscheiden sich in ihren Tarifen ebenso wie jede andere Versicherung. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte daher einen Fachanwalt einschalten, der auf das Thema spezialisiert ist. Er kennt alle Fallstricke, auf die es zu achten gilt und prüft die Dokumente genau. So liegt die eigene Absicherung und ein Stück weit auch die der Angehörigen in sicheren Händen.

Autorin: Margit Winkler, Inhaberin des Instituts Generationenberatung.

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